Needing less makes you more powerful…

Mitten in der Nacht wabert dieser Satz durch meine Gedanken. Er besucht mich nicht zum ersten Mal.

Viel mehr ist er ein treuer Gast, wie eine sanfte Melodie, die nicht laut ist, aber dennoch hängen bleibt. „Needing less makes you more powerful.“

Er steht im Widerspruch zu so vielen Verlangen nach materiellem Besitz. Im Widerspruch zu einem schnellen Auto, einer teuren Uhr oder einem Haus mit Garten und Pool.

All diese Dinge leuchten hell in Werbung, Instagram-Feeds und so manchen Gesprächen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nie mit dem Gedanken spielen würde. Aber…

Was bleibt sind die Gedanken. 

Alles, was man nicht hat, darum muss man sich nicht kümmern. Alles, was man nicht möchte, das muss man nicht kaufen. Wenn man weniger Geld ausgibt, muss weniger Geld verdient werden.

Diese Gedanken sind nicht neu und die Renaissance des Minimalismus im Internet ist auch schon lange vorbei. Trotzdem oder deswegen fühlen sie sich aktueller an denn je.

Letztlich auch der Gedanke: Nur wer nichts besitzt, dem kann man nichts nehmen. Ist es eine Drohung oder ein Versprechen?

Von Konsum und Angst zur Freiheit

Ich frage mich oft: Habe ich Angst zu verlieren? Angst, alles zu verlieren? Aber was, wenn ich nichts zu verlieren habe – oder zumindest weniger?

Vielleicht ist es auch das, was eigentliche Freiheit bedeutet: Nicht alles zu besitzen, nicht alles zu brauchen, stattdessen die Freiheit zu haben Risiken einzugehen und sich jenseits vom Konsum jeden Tag neu zu erfinden.

So liegt die Macht nicht im materiellen Besitz, sondern in der Unabhängigkeit davon. Was auch immer passiert, die Dinge auf ihren Lauf zu schicken.

Um es mit Marc Forsters Worten zu sagen: „Egal was kommt, es wird gut, sowieso.“ (Lied verlinkt)

Aber jetzt gehts auch noch schlafen,

Bis bald, Fabian

PS: Das Zitat stammt wohl aus Kung Fu Panda 3. Na sowas 😉

Die Macht der Einfachheit: Ein minimalistischer Ansatz zu einem erfüllteren Leben

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem Café in Heidelberg. Draußen ist es trüb, es ist Montag, und ich denke an das Wochenende zurück.

Ein erstes Frühlingswochenende, das ich im Wald verbracht habe. Während ich im Wald war, musste ich immer wieder an einen Satz denken, der mich jetzt schon etwas länger begleitet und über den ich schon häufiger nachgedacht habe: „Needing less makes you more powerful.“

Was braucht man wirklich im Leben, und was macht es mit uns, wenn wir weniger brauchen? Warum kann uns weniger stärker machen, und welche Macht hat die Einfachheit? Darum soll es in diesem Beitrag heute gehen, und den Anfang macht eine Frage.

Wie würde dein Leben aussehen, wenn du nicht Arbeiten müsstest?

Ich stelle mir gerne folgende Frage: Wenn ich all mein Geld, das ich zum Leben brauche, einfach so bekommen würde – was würde ich tun? Ganz offen und ohne Einschränkungen. Wie würde mein Leben, wie würde dein Leben aussehen? Was würdest du tun?

Denk einfach darüber nach: Was würdest du den Tag über machen? Was hättest du für Ziele? Woher käme deine Zufriedenheit? Schreib es dir gerne in Stichpunkten auf.

Jetzt gehst du jeden deiner Punkte Schritt für Schritt durch. Welche davon könntest du heute schon realisieren? Welche davon erscheinen unerreichbar? Welche Schritte müsstest du gehen, um diese Punkte umzusetzen?

Viele dieser Punkte könntest du wahrscheinlich schon heute realisieren – zumindest bei mir ist es so. Vor allem Vorstellungen, die weniger materialistisch sind, lassen sich in vielen Fällen eigentlich angehen.

Aber warum setzen wir sie so oft nicht um? Fehlt es uns „nur“ an Mut, oder ist es die Angst vor Discomfort – diesem unangenehmen Unbehagen?

Schreibt gerne eure Listen in die Kommentare; ich bin gespannt, wie eure Leben aussehen würden.

Welche Macht hat die Einfachheit?

Ich merke, dass weniger Dinge in meinem Leben zu mehr Freiraum führen. Vor allem das Eliminieren von Verpflichtungen, das Delegieren und Outsourcen von wiederkehrenden Aufgaben helfen dabei, mehr Freiheiten zu genießen. Diese Freiräume nutze ich zum Nachdenken und Leben.

Weniger Verpflichtungen und wiederkehrende Aufgaben sorgen auch für eine größere Autonomie. Je weniger ich brauche, desto unabhängiger bin ich von äußeren Umständen und kann Entscheidungen dementsprechend freier treffen.

Ein ganz konkretes Beispiel ist das Unternehmertum. Ein Mensch, der viele Verpflichtungen und Ausgaben in seinem Leben hat, wird es viel schwerer haben, sich selbstständig zu machen. Er braucht viel mehr zum Leben als jemand, der ein einfaches Leben führt und letztlich kaum etwas braucht.

Weniger zu brauchen gibt dir die Möglichkeit, bei der Unternehmensgründung größere Risiken einzugehen und macht dich stärker im Vergleich zu einer Person, die schon viele Ressourcen für ihren hohen Lifestyle benötigt.

Mein Fazit

Ich glaube, dass das Streben nach weniger paradoxerweise der Schlüssel zu einem reicheren Leben sein könnte. Weniger Bedürfnisse sorgen für mehr Sicherheit, mehr Freiheit und wohl letztlich auch mehr Zufriedenheit. Du brauchst kein Rennen zu gewinnen, zu dem du dich nicht angemeldet hast.

Es gibt so viel zu entdecken da draußen, wenn du die Zeit und die Freiheit hast, rauszugehen und die eigene Komfortzone zu verlassen. Wenn du wenig brauchst, hast du diese Freiheit, und da schließt sich der Kreis wieder.

Statt das zu tun, was andere von dir erwarten, und in diesen Erwartungen zu leben, kannst du den Mut haben, das Leben nach deinen Bedingungen zu gestalten und einen anderen Weg zu gehen.

Also: Hab den Mut, deinen Weg zu gehen.

Grüße, euer Fabian

Warum Du Entschleunigungs-Phasen im Leben brauchst

Heute ist Montag. Mit einem Kaffe am Tisch schreibe ich gerade an diesem Beitrag, der die neue Woche einleitet. Montags klappt das meistens am besten, aber warum – Was ist der Unterschied zwischen der Kreativität am Freitag und jener am Montag?

Genau darum geht es in diesem Beitrag. Ich zeige dir, welche Wirkung Ruhezeiten in deinem Leben haben. Ein Phänomen, das beim Training am deutlichsten wird.

Stell dir zwei Athleten vor, die in drei Wochen einen Wettkampf haben. Während der erste Athlet in den kommenden 3 Wochen jeden Tag so hart wie möglich trainiert, um sich optimal auf den Wettkampf vorzubereiten – geht der zweite Athlet einen anderen Weg.

Die ersten anderthalb Wochen trainiert er jeden Tag mit dem ersten Athleten, doch dann hört er plötzlich auf. Er hört einfach auf zu trainieren. Der erste Athlet wundert sich und gibt sich siegesgewiss. Ich trainiere mehr, ich trainiere doppelt so lange – natürlich werde ich gewinnen.

Doch dann kam der Tag des Wettkampfs … Du weißt vermutlich schon, wie es ausgeht, du hast eine Vermutung: Während der erste Athlet durch die drei Wochen des intensiven Trainings erschöpft ist, kommt der zweite Athlet erholt zum Wettkampf, gibt alles und kann nicht anders als zu gewinnen.

Der erste Athlet hat härter trainiert, er hat mehr gegeben und trotzdem, trotz allem hat er verloren. Wie kann das sein und was können wir daraus lernen?

Der Name des Phänomens

Das Kind hat einen Namen: Deloading. Unter Deloading versteht man eine geplante Reduzierung vom Trainingsvolumen, von der Intensität bis hin zur vollständigen geplanten Ruhe.

Sportler nutzen Deloading nicht als Ausrede für eine Pausenwoche, sondern als Werkzeug, um wieder fit für neue Rekorde zu sein und das Verletzungsrisiko zum Beispiel von Übertraining zu reduzieren.

Aber was hat das mit dem Geschäft zu tun?

Wir nähern uns der Antwort auf unsere Eingangsfrage: Was ist der Unterschied zwischen der Kreativität am Freitag oder Samstag und jener am Montag?

„Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.“ – Genesis 2.3

Es ist der Ruhetag. Gestern war Sonntag, ein Tag der Entschleunigung. Wie bei dem Athleten, der kurz vor dem Wettkampf pausiert, mache ich vor der neuen Woche eine Pause.

Diese Pause, dieses Deloading, sorgt dafür den Raum für neue Kreativität, neue Schaffenskraft zu geben.

Ich denke mir mittlerweile, wenn selbst Gott am siebten Tage ruhte, sollte ich es zumindest versuchen. Dann sollte ich es zumindest versuchen, versuchen zu ruhen.

Minimalismus: Der Hack für den Abwasch

Wenn du schon mal in einer Wohnung ohne Spülmaschine gelebt hast, wirst du das Problem kennen: Der Abwasch macht sich nicht von alleine. So sammelt sich über den Tag … oder die Woche(n) … immer mehr und mehr Geschirr in der Küche.

Als Folge musst du dir für den Abwasch immer mehr Zeit nehmen, was den Abwasch aber gleichzeitig immer unwahrscheinlicher macht. Diese Spirale endet so manches Mal erst, sobald auch der letzte Teller, der letzte Topf und der letzte Löffel schmutzig ist.

Wenn alle anderen Optionen verbaut sind und der nächste Hunger kommt, führt kein Weg mehr am Abwasch vorbei. Doch dieser Weg des Abwasches wird kein Leichter sein, denn der Abwasch ist schwer.

Hartnäckig halten sich eingetrocknete Essensreste am Geschirr und selbst mit langem Einweichen geht es nur mühselig voran. Eines Tages dachte ich mir: Da muss es doch eine Lösung geben?! (- abseits von einem Abwasch direkt nach dem Essen).

Vielleicht hilft ein geringerer Geschirrverbrauch…

Mein erster Gedankengang lief ungefähr folgendermaßen ab: Mm … vielleicht sollte ich weniger Geschirr beim Essen verwenden, dann muss ich weniger abwaschen. Das erste Samenkorn war gepflanzt und ich habe angefangen, die Nudelpfanne aus der Pfanne und die Tortellini aus dem Topf zu essen. 

Nur gelöst hat es nichts. Denn das Vorgehen hatte einen Haken: Jetzt stand der Abwasch länger in der Küche, schließlich hatte das vorhandene Geschirr länger gehalten. Das war nicht wirklich das gewünschte Resultat. Nun hatten die Essensreste noch mehr Zeit, um schön tief einzutrocknen. Also habe ich weiter drüber nachgedacht … und da kam mir des Problems Lösung.

Minimalismus in der Küche

Statt bei der Verwendung vom Geschirr zu sparen, sollte ich einfach die Anzahl des vorhandenen Geschirrs reduzieren. Der Gedankengang ist einfach: Wer nur 2 Teller, 2 Set Besteck, 2 Bettchen, 1 Topf und eine Pfanne hat, der ist nicht in der Lage, einen Berg von Geschirr in der Küche zu sammeln. 

Die Küche und der Hunger wirken disziplinierend. Denn nach nur 1-2 Mahlzeiten ist Schluss und es muss abgewaschen werden. Wie man dann hungrig in die Küche geht und feststellt, dass es kein Geschirr mehr hat, kommt der zweite Vorteil zum Tragen.

Der Abwasch geht leicht von der Hand. Für 2 Sets Geschirr braucht es einfach nicht lange und wenn die Essensreste nicht eingetrocknet sind, geht es gleich noch deutlich besser. Dieser schnelle und einfache Abwasch ist gemütlich vor dem nächsten Essen zu machen, schließlich hat man Hunger und keine andere Wahl.

Aber was, wenn Freunde zum Essen kommen? 

Ich habe gerne Gäste zu Besuch und du vielleicht auch. Da wird es mit 2 paaren Besteck natürlich schnell mal etwas enger. Aber deswegen auf die soziale Komponente im Leben zu verzichten macht natürlich auch keinen Sinn. Über die Zeit haben sich bei mir zwei valide Optionen herauskristallisiert.

a) Das Geschirr aus dem Keller 

Niemand sagt, das man sein Geschirr wegschmeißen, verkaufen oder verschenken muss. Stattdessen kann man auch einfach eine Kiste mit Tellern und Besteck in den Keller stellen. Wenn ein größerer Besuch kommt, holt man sie schnell hoch und kann jeden herzlich ausstatten. 

b) Das Geschirr von Gästen

Wer keinen Keller hat oder größere etwas Feiern veranstaltet, der stößt schnell an seine Grenzen. Dabei ist die Lösung recht einfach. Wenn die Gäste auf der Gartenparty eh schon einen Salat oder Grillgut mitbringen, dann können sie auch noch ihr Geschirr mitbringen.

Dieser Weg hat einen netten Vorteil: Der Abwasch fällt beinahe vollständig aus. Jeder hat ja seine eigene Ausstattung dabei und will sie auch wieder mitnehmen. Hin und wieder bleibt natürlich auch etwas liegen. Aber die Zeit hat gezeigt, wenn jeder an seinen eigenen Abwasch denkt, ist an alle gedacht. 

Das Spülmaschinenparadoxon

Wer eine Spülmaschine besitzt und sie verwendet, für den macht der Minimalismus in der Küche nicht unbedingt Sinn. Schließlich möchte man auf andere Parameter optimieren:

  • Die Spülmaschine sollte, wenn Sie läuft, möglichst voll laufen.
  • Die Spülmaschine sollte möglichst selten laufen, aber dennoch mindestens 1 Mal in der Woche.

Je voller die Spülmaschine, desto geringer der Aufwand und die Wasser und Energiekosten pro Geschirrstück. Je seltener die Spülmaschine läuft, desto seltener muss man sie ausräumen und hat den Aufwand des Starts von einem Waschvorgang. Allerdings ist diese Zeit – ich spreche aus Erfahrung – auf ca. eine Woche begrenzt, danach gammelt es in der Spülmaschine zu sehr.

Zur Erfüllung dieser beiden Parameter braucht es deutlich mehr Geschirr als zwei Sets. Im Ergebnis hat man aber auch weniger Aufwand und Kosten als mit dem gleichzeitigen Minimalismus in der Küche.

Fazit: Mit dem Minimalismus in der Küche kannst auch du dein Abwaschproblem lösen – wenn du es hast … 

Natürlich sind wir mal ganz ehrlich: Wer seinen Abwasch direkt nach dem Essen macht, der hat weniger Aufwand. Doch wie diszipliniert man sich selber das auch wirklich zu tun? Denn der Geist ist vielleicht stark, doch der Körper ist schwach.

Eine Lösung ist mein Minimalismus Hack für die Küche. Ich nutze ihn jetzt schon seit einiger Zeit und es funktioniert. Probier es gerne selber aus und schreib mir mal in den Kommentaren, wie es geklappt hat.

Grüße, euer Fabian

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