Spanisch lernen in 6 Monaten: Wie dir mit den richtigen Methoden eine Stunde am Tag reicht

Was braucht es, um Spanisch wirklich zu sprechen? Einen breiten Wortschatz, ein Gefühl für die Sprache (Grammatik) und vor allem viel Praxis. Heute zeige ich dir, wie du mit nur einer Stunde am Tag innerhalb von 6 Monaten den Fortschritt von über 2 Jahren Schulspanisch schlägst.

In der Schule war ich nie besonders gut in „Sprachen“. Englisch, Latein, sogar Deutsch, mit seiner Rechtschreibung viel mir schwer. Irgendwann habe ich dann etwas resigniert und mir einfach gedacht: Sprachen liegen mir nicht.

Heute weiß ich es besser. Es waren nicht die Sprachen, mit denen ich ein Problem hatte, im Gegenteil: Sprachen sind unglaublich faszinierende Tore zu neuen Kulturen. Es waren die Methoden und die Motivation, mit denen ich meine Schwierigkeiten hatte.

Vokabeln lernen in der Schule…

Vielleicht erinnerst du dich noch an die vielen Vokabeltests und Vokabellisten? Ich weiß es noch … wenige Tage vor dem Test wurden die Vokabeln schnell gelernt und dann nach dem Test wieder zum großen Teil vergessen. Zumindest bei mir ist nicht einmal die Hälfte der selteneren Vokabeln im normalen Wortschatz gelandet.

In einem gewöhnlichen Spanisch-Lehrbuch werden die Vokabeln in der Regel wie folgt abgebildet:

  • El avión – Das Flugzeug
  • El desayuno – Das Frühstück
  • escribir – schreiben
  • preguntar – fragen
  • hacer – machen
  • ¡Nos vemos mañana! – Wir sehen uns morgen!

Das kommt dir vermutlich bekannt vor. Sei es aus einer anderen Sprache wie Englisch oder Französisch. Leider ist dieses Format aus meiner Sicht ein Desaster. Diese Listen haben mich weder motiviert, noch waren sie wissenschaftlich sinnvoll. Warum? Das hat vor allem zwei schwerwiegende Gründe.

Wiedererkennen ist nicht gleich Erinnern

Tabellarisch sind die Vokabeln in zwei Spalten gegliedert. Spanisch steht an der ersten Stelle, folglich trainieren wir das Erkennen. Wir lernen ein spanisches Wort zu erkennen und zu übersetzen. Aber was ist unser Ziel? Wir wollen Spanisch sprechen und anwenden können (also es produzieren). Hierzu sollte das deutsche Wort an erster Stelle stehen und dann erst das Spanische. So hast du erst das Stichwort und dann das Ziel.

Am Anfang übersetzt du die Wörter im Kopf, bevor du sie sprichst. Dein Material zum Vokabellernen sollte diesen Prozess nachahmen. Sonst hast du ein Ergebnis, bei dem du als Schüler vielleicht spanische Texte lesen kannst, aber nicht in der Lage bist zu kommunizieren.

Kommunikation in einer Fremdsprache ist für mich die Hauptmotivation. Ich liebe es, in einer fremden Sprache mit Menschen einer fremden Kultur zu sprechen und zu diskutieren. Das eröffnet eine neue Welt. In kaum einem klassischen Lehrbuch wird diese kommunikative Reihenfolge eingehalten.

Vielleicht meinst du das ich übertreibe, aber lass es mich dir an einem Beispiel zeigen. Wie oft hast du in deinem Leben schon Euromünzen angefasst? Unglaublich oft. Jetzt versuche einfach mal die beiden Seiten aus deinem Gedächtnis zu zeichnen. Na schwierig …

Wiedererkennen ist nicht gleich Erinnern. Letzteres musst du gezielt trainieren, genau so wie das Sprechen einer Sprache.

Eine feste Liste ist ein „unflexibler Abruf“ von langweiligem Wissen

An welcher Stelle im Alphabet steht der Buchstabe K? Wie lautet die vorletzte Zeile der deutschen Nationalhymne? Du kennst die Antworten, aber sie kommen … langsam … sehr langsam.

All diese Antworten hängen von der Rheinfolge in einer übergeordneten Instanz ab. Wenn du nun Vokabeln aus einer Liste lernst, hast du genau das gleiche Problem. Dabei brauchen wir eigentlich einen „Arbeitsspeicher“, aus dem wir jedes Wort zu jeder Zeit schnell abrufen können.

Im Idealfall lernen wir die Wörter in verschiedenen Reihenfolgen und verschiedenen Sätzen. Wir sehen Bilder, lesen Sätze, Sprechen Konversationen. Je vielfältiger der Input, desto größer ist der Lernerfolg.

Spanisch lernen mit Duolingo

Ich persönlich nutze Duolingo, die weltweit beliebteste Methode, eine Sprache zu lernen. Beliebt bedeutet hierbei, dass sie die meisten aktiven Nutzer haben. Gleich ob per App auf dem Smartphone oder im Internet auf dem Desktop, mit Duolingo lernst du Vokabeln und die Sprache dahinter auf einem wissenschaftlich innovativen Weg.

Eine Kombination aus Kontext-, Aussprache-, Hör- und Leseübungen passt sich individuell auf dich an. Du lernst Wörter nicht in einer Liste, sondern im sprachlichen Kontext. Regelmäßig nutzt du auch alte Wörter, um sie zu wiederholen. Solltest du doch mal ein Wort vergessen, dann wird es die App automatisch häufiger verwenden, bis du es wieder weißt.

Für ein optimales Ergebnis mit Duolingo solltest du ein paar Aspekte beachten. Auch wenn es die App kostenlos gibt, würde ich dir die kostenpflichtige Version für ca. 80€ im Jahr empfehlen. Diese ist werbefrei und erlaubt dir, so viele Lektionen am Tag zu lernen, wie du möchtest.

Duolingo geht in der deutschen Sprache aktuell bis zum Level B1. Nach einem erfolgreich absolvierten Kurs kannst du dich in der neuen Kultur bewegen. Im Zentrum steht die Konversationsfähigkeit, du bist in der Lage zu sprechen und das Leben zu meistern.

Deine Stunde am Tag aufteilen

Nutze deine Stunde am Tag sinnvoll. Ich empfehle 2/3 der Zeit (40 Minuten) in das Lernen mit Duolingo zu investieren. Hier legst du die Grundlagen im Wortschatz und der Aussprache. Das restliche 1/3 der Zeit (20 Minuten) solltest du Konversationen auf Spanisch führen.

Die große Herausforderung liegt beim beständigen dranbleiben. Duolingo hat hierfür die Stake Funktion. Sie dient deiner Motivation, beständig zu lernen. Denn tägliches Lernen ist so viel effektiver, als zweimal in der Woche zwei Stunden Unterricht zu haben.

Was ist deine nächste Sprache?

Welche Erfahrungen hast du beim Sprachenlernen gemacht? Hast du schon mal Duolingo getestet und wie fandest du die Lernumgebung? Schreib es in die Kommentare und lass uns ins Gespräch kommen.

Buena suerte con tu aprendizaje del español
Tu Fabián

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