Lerne zu delegieren: Von der Freiheit, loszulassen

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich auf dem Weg nach Spanien im Flugzeug. Einer der wenigen Momente ohne Internet, in denen ich wirklich die Zeit finde, zu denken und meine Gedanken für diesen Blog niederzuschreiben.

Mein Beitrag heute handelt vom Delegieren und der damit verbundenen Freiheit. Eine Freiheit, die es ermöglicht, eben auch ohne geplanten Urlaub, zum Beispiel nach Spanien, zu fliegen.

Für mich ist die Freiheit des Individuums eines der höchsten Güter des Menschseins. Das inkludiert auch die Freiheit, schlechte Entscheidungen zu treffen. Denn was ist das Leben ohne Freiheit?

Für mich bedeutet Freiheit, morgens aufzustehen, in den Tag zu starten und selbst zu entscheiden, woran ich heute arbeite und von wo. Selbst über mich und mein eigenes Leben zu verfügen.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es ein echtes Privileg. Statt von Work-Life-Balance zu sprechen, versuche ich, beides zu verbinden und daraus ein Leben zu gestalten.

Meine größte Inspiration an der Stelle ist Tim Ferriss mit seinen 4-Hour-Büchern, wie der 4-Stunden-Woche.

Urlaub? Nein, ortsunabhängiges Unternehmertum

Statt von Urlaub oder Workation zu sprechen, würde ich eher sagen: Ich bin gerade in Spanien – Stichwort ortsunabhängiges Unternehmertum. Ein Konzept, das nicht jeder auf Anhieb versteht.

Aber ich bin dauerhaft erreichbar und schaue auch während ich durch die Straßen von Valencia schlendere gelegentlich in die Firmengruppen. Denn allen Meetings und anderen Verpflichtungen komme ich online ganz gewöhnlich nach.

Dem EU-Roaming sei Dank an dieser Stelle, so lässt sich das iPhone einfach mit dem MacBook per Kabel verbinden und schon fließen die Daten.

Genau dieses ortsunabhängige Unternehmertum ist auch eine Aufforderung an mich. Denn damit das funktioniert, müssen mehr Aufgaben definiert, eliminiert, automatisiert und dann gegebenenfalls delegiert werden.

Delegieren & kontrollieren anhand von Prozessen und Meetings

In den letzten Wochen haben wir unsere internen Strukturen zum Delegieren und Kontrollieren auf neue Beine gestellt. Bisher sind die Ergebnisse dieser Umstellung vielversprechend.

Die Idee ist, mit sehr kurzen, wöchentlichen, themen- und prozessbezogenen Meetings zu arbeiten, die 15-30 Minuten dauern und an einem Tag der Woche gebündelt stattfinden.

Jedes Meeting hat eine klar definierte Agenda, inklusive Links zu den Metriken, die in diesem Meeting geprüft werden. Denn es ist schwierig, Metriken zu verbessern, die man nicht im Blick hat.

Durch die klare Agenda in der Beschreibung des Meetings geht es schnell durch den entsprechenden Prozess mit den zuständigen Mitarbeitern, und die Prozesse und Metriken werden verbessert.

Das Ziel der Reise: Ein Fussballverein

Naja, nicht so ganz, aber ein spannendes Bild ist es durchaus. Es ist das Bild von einem Fußballverein. Okay, und was hat das jetzt mit einem Unternehmer zu tun, der delegiert, fragt ihr euch vielleicht.

Lasst uns dafür die Parallele zum Unternehmertum ziehen und das Ideal des Unternehmers mit seinen Unternehmen betrachten.

Als Unternehmer bin ich weder der Torwart, der die Treffer des Gegners abwehrt. Ich bin nicht der Kapitän, der die Mannschaft auf dem Feld anführt. Noch bin ich der Trainer, der am Spielfeldrand steht und seine Mannschaft coacht.

Das langfristige Ziel als Unternehmer ist es vielmehr, in der Lounge des Stadions 100 Meter über dem Spiel zu sitzen und dabei im Dialog mit allen Teilen des Vereins – ob Spieler, Trainer oder Funktionär – die nächsten großen Entscheidungen für den Verein weit in die Zukunft zu planen und deren Umsetzung in die Wege zu leiten.

Was sind eure Gedanken zum Delegieren? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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