Full Remote: Freiheit, Produktivität und der Zauber erster Male

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Zeit wie im Flug vergeht und ich mich kaum dran erinnern kann was in den letzten Tagen passiert ist.

Das war nicht immer so. Als Kind hat sich jeder Tag wie eine kleine Ewigkeit angefühlt. Eine Ewigkeit voller Entdeckungen, voller erster Male und voller Zauber.

Als Erwachsener habe ich manchmal das Gefühl: Die Welt ist etwas kleiner geworden. Vor allem wenn ich eine Phase lang intensiv in festen Routinen und etablierten Abläufen leben.

So Routinen und Abläufe sind im Geschäftsleben manchmal essenziell: Sie geben uns Sicherheit, machen uns verlässlich und treiben die Produktivität an.

Gleichzeitig drehen sie das Rad der Zeit aber auch immer schneller. Unser Gehirn geht in den Datensparmodus und die “Wiederholungen” werden gelöscht.

Das Hilft nur: Ausbrechen. Radikal neue Erfahrungen sammeln.

Winter 2025/26: Ausbruch

Den vergangenen Winter habe ich genau diesen Ausbruch geübt. Aber nicht als Aussteiger, sondern als aktiver Unternehmer. Neue Erfahrungen sammeln, neue Orte entdecken, wieder etwas Kind sein wo die Tage eine kleine Ewigkeit gehen.

• November: Als der Winter langsam seine Decke über Deutschland legte, ging es für mich in die Verlängerung des Sommers nach Taghazout in den Süden Marokkos.

Dieser Ort hat für mich einen absoluten Zauber inne, ganz besonders im November. Die Innlands-Touristen sind weg, die Europäischen Touristen noch nicht so ganz da. Perfekte Temperaturen von 20-25 Grad, gutes Wetter, gute Wellen, alles in Kombination mit einem kurzen Flug und guten Preisen.

Kurz gesagt: Sonne, Surfen und einiges an Lebensqualität als Alternative zum grau-nassen Wintereinbruch in Deutschland. 🏄‍♂️☀️

• Dezember: Zurück in Deutschland mit dem Fokus auf unserem Team. Deutschlandtour um gemeinsam mit unseren Wildschytzen das vergangene Jahr auf unseren Weihnachtsfeiern zu zelebrieren.

Über 7 Stationen in München, Leipzig, Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und Karlsruhe haben es ermöglicht unsere Community aus Guides zusammen zu bringen und in den persönlichen Austausch zu kommen.

Gerade bei einer Full-Remote-Firma wo alle irgendwo verteilt sitzen ist es so wichtig nah am Menschen zu sein und auch Team Events in Person zu erleben.

• Weihnachten & Silvester: Für die zweite Dezemberhälfte ging es in Betriebsferien und für mich auf ein Inselabenteuer zum Wandern nach Madeira. Einmal die Insel überschreiten auf den Spuren vom Madeira Ultratrail.

Da hat dann mein Körper die Notbremse gezogen. Ich war Krank und konnte nicht mehr.

Die vorherige Weihnachtsfeier Rundfahrt und dann Wandern auf Madeira im Regen – das war zu viel des guten. Nach ein paar Nächten in Hotels statt im Zelt ging’s dann auch wieder mit der Gesundheit bergauf und die letzten Tage konnte nochmal gewandert werden.

• Januar & Februar: Der Januar in Deutschland verging mit viel Bürozeit und etwas Trailrunning wie im Flug. Im Februar riefen die Alpen in Oberstdorf: Einen Monat arbeiten und Snowboarden, wo ich sonst nur zum Snowboarden war. 🏂❄️

• März & April: Nachdem der Winter für vollbracht befunden wurde, ging es Anfang März für mich wieder zurück in die Sonne nach Taghazout und von da über 1000 km mit dem Roller durch den hohen Atlas. (Mehr zu dem Abenteuer in diesem anderen Beitrag.)

Wie das funktioniert: Mini-Ruhestand + Full-Remote

Es war schon genau die richtige Zeit für so einen kleinen Mini-Ruhestand (auch wenn ich deutlich mehr gearbeitet habe, als Tim Ferriss in seinem original Konzept vorschlägt).

Dadurch das wir unsere Hauptsaison in den meisten meiner Projekte in der warmen Jahreszeit haben, ist der Winter die einzige Zeit in der es sich wirklich anbietet.

In Kombination mit langsamen Reisen (Slow Travel), längeren Aufenthalten an einem Ort, hab ich eine Chance Remote auch mit der Arbeit hinterher zu kommen.

Wir kombinieren die Freiheit des Ortes mit verbindlichen Strukturen.

Es gibt feste Meeting-Tage, klare Verantwortlichkeiten und ein „All Hands on Deck“, wenn es darauf ankommt.

Wo genau sich diese Hände dann auf der Welt befinden, spielt für das Ergebnis keine Rolle.

Kein reines Inhaber-Privileg, sondern gelebte kultur

Diese Art zu arbeiten und den Zauber neuer Entdeckungen zu erleben, ist kein exklusives Privileg der Gründer.

Auch Kollegen aus den Teams unserer Firmen, beispielsweise im Wildschytz Backoffice, sind immer wieder außerhalb vom klassischen Urlaub auf Reisen.

Wir geben als Unternehmen die nötige Flexibilität und den Raum. Das Fundament dafür ist Vertrauen. Vertrauen in die Menschen, in ihre Motivation und in ihre Arbeit.

Das macht mich am Ende des Tages nicht nur zu einem Menschen mit vielen Erinnerungen, sondern auch unsere Unternehmen zu relativ beliebten Arbeitgebern. Win-Win.

Abenteuer Marokko: Mit dem Roller über den Hohen Atlas von Taghazout bis Marrakesch

Was sind die Zutaten für ein großes Abenteuer, für den Aufbruch ins Unbekannte?

Als Kind hatte ich immer wieder ein Buch in meinen Händen: „Die letzten Abenteuer unserer Erde“.

Es war ein ziemlich großes Buch mit vielen farbigen Bildern aus den 70er Jahren.

Auf dem Roller im Djellaba (traditionelles Berber-Gewand) durch den Hohen Atlas in Nordafrika.

Ich erinnere mich noch an die Bilder von der Gleitschirm Überquerung der Alpen, der Besteigung vom Mount Everest, den Goldsuchern in Australien, den Surfern vor Hawaii, den Truckern in der Sahara, den Freikletterern im Yosemite Valley… und viele Abenteuer mehr. 

Alle diese Abenteuer haben zwei Dinge gemeinsam: Zeit und Mut.

Zeit braucht es, um dem Abenteuer den Raum zur Entfaltung zu geben.

Ohne Stress und ohne Druck abwarten zu können bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Die passende Thermik, das perfekte Wetter oder die perfekte Welle…. und aufgeschlossen zu sein für die vielen kleinen und großen Momente, weil man nicht sofort gezwungen ist weiter zu ziehen.

Mut braucht es, um im richtigen Zeitpunkt alles zu geben und sich in das große Unbekannte zu wagen.

Die Grenze zwischen Mut und Torheit mag im Abenteuer auch hin und wieder verschwimmen. 

Abenteuer Surfen: Zeit und Demut

Für anderthalb Monaten dem nassen Winter in Deutschland entfliehen.

Surfen gehen und den Sommer früher einleiten, während ich Remote weiter an meinen Projekten arbeite. (Wie das möglich ist? Dazu in diesem Beitrag)

Surfen braucht Zeit und Demut. 

Zeit, weil gute Wellen brauchen Zeit, selbst bei gutem Timing in der Saison.

Wer nur eine Woche surfen geht hat eine hohe Chance keinen einzigen Tag mit guten Wellen zu erleben, aber wer einen lang Monat surfen geht, der wird eigentlich immer Tage mit guten Wellen haben.

Demut ist die zweite Säule beim surfen. Ich spreche da wirklich aus Erfahrung. 

Zu viele Anfänger (auch ich habe das gemacht) gehen viel zu schnell auf Hardboards und Shortboards und folgen da einem etwas toxischen Drang.

Denn Wellen bekommt man dadurch deutlich schwieriger und je weniger Wellen man bekommt, desto langsamer macht man Fortschritte beim Surfen.

Wer dann auch die Demut hat bei „schlechten Wellen“ dennoch raus zu paddeln und zu üben, der wird bei den guten Wellen um so mehr belohnt.

Mit dem Roller 600km über den Hohen Atlas

Aber anderthalb Monate sind genug Zeit auch für andere Abenteuer als das Surfen offen zu sein… und so bin ich ins Roller fahren geschlittert.

Was mit meinem ersten Tag im Leben auf einem Roller angefangen hat, wo wir die Küste hoch nach Imsouane gefahren sind wurde paar Wochen später zu:

Wir mieten Roller und überqueren den Hohen Atlas auf über 2100 Meter hohen Pässen. Von Taghazout über Agadir, über den Hohen Atlas bis nach Marrakesch.

Es ist ein richtiges Abenteuer, vom ersten Mal lange Roller fahren, schmalen Bergpässen bis zur fremden Kultur der Berber im hohen Atlas. 

Aber ich lass mal die Bilder sprechen:

Eine Herde Dromedare (siehe Höcker, keine Kamele), an der Straße in der Ebene hinter Agadir
Durch die Tiefebene immer weiter Richtung Atlas Gebirge, wo oben noch der Schnee liegt
Durch Regenfälle und Erdrutsche der letzten Tage war der Pass teilweise verschüttet und musste mit schwerem Gerät geräumt werden
Teilweise waren die Straßen auch gut befahrbar, dennoch haben wir kaum andere Touristen gesehen
Auf 2100 Metern auf der Passhöhe im Atlas
Die Region leidet immer noch unter den Auswirkungen des schweren Erdbebens 2023, alle Cafés am Wegesrand entlang der Pässe waren sehr dankbar das wir als Touristen da waren.

Ein richtiges Abenteuer, einfach genial.

Jetzt sitze ich während ich diese Zeilen schreibe am Pool vom Landhaus im Atlas Gebirge.

Es ist einfach ein herrlicher ruhiger Kontrast zum geschäftigen Treiben in Taghazout.

Noch 2-3 Tage hier im Dorf, einfach in Ruhe denken und arbeiten, dann geht es weiter mit den Rollern gen Marrakesch

Ein Zwischenstopp im großen Abenteuer. Alles gute, euer Fabian

Und es Nachts wartet wieder das Kaminzimmer

Die 4-Stunden-Woche Realität: Wenn das Traumleben Alltag wird

Was für ein Jahr!2026 hat gerade erst angefangen, und es ist gut. Ich habe endlich vieles, wovon ich jahrelang geträumt habe: von zeitlicher Flexibilität und Mobilität bis hin zu einer gewissen finanziellen Freiheit. Und es ist gut.

Es verändert gleichzeitig alles und nichts. Denn man gewöhnt sich unglaublich schnell an diesen Lebensstil: Sei es die freie Zeiteinteilung, kein Büro, in das man pendeln muss, oder kein Chef, vor dem man sich rechtfertigen muss. Es ist die pure Freiheit, genau das zu sein und zu tun, was man möchte.

Gleichzeitig schwingt jedoch immer die unterschwellige Angst mit, alles wieder zu verlieren. Wie das sprichwörtliche Damoklesschwert, das in der griechischen Sage an einem einzigen Haar über dem Günstling des Tyrannen Dionysios hing.

Man gewöhnt sich eben an fast alles und das viel schneller, als man denkt. Ein normaler beruflicher Alltag mit einem Büro, in das man fahren muss, und einem Vorgesetzten wird umso schwieriger, je mehr Freiheit man erst einmal gekostet hat.

Wenn der Sinn des Lebens nicht nur in der Arbeit liegt, sondern im Leben selbst.

Irgendwas ist immer: Das Leben nach dem 9-to-5

Vielleicht ist Angst auch etwas übertrieben, ein etwas zu großes Wort für die Sorge dieses Traumleben wieder zu verlieren. Schließlich gewöhnt man sich an alles mit der Zeit.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt: Immer wenn es im Leben zu gut läuft, kann man sich sicher sein, dass bald wieder etwas passiert. Kaum etwas ist gewisser als dieser stetige Wandel. Die entscheidende Frage ist nur: Wie geht man damit um?

Dort leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen: Ob beim Surfen in Taghazout (Marokko), beim Trailrunning in Heidelberg oder beim Snowboarden in Oberstdorf in den Alpen.

„Was machst du eigentlich?“ – Keine leichte Frage

Wenn mich früher jemand gefragt hat, was ich eigentlich mache, habe ich stets gesagt: „Ich bin Student.“ Würde ich heute in meinem erlernten Beruf arbeiten, wäre die gewöhnliche Antwort wohl: „Ich bin Informatiker.“

Aber bin ich wirklich Informatiker? Ist die bloße Nennung meines Berufs wirklich die Antwort darauf, wer ich bin? Ich glaube nicht.

Wenn ich heute gefragt werde, was ich eigentlich mache, ist die Antwort nicht so einfach, sie ist nicht schwarz oder weiß. Sondern sie ist vielfältig, genau wie das Leben selbst.

Snowboarden, Surfen, Bouldern, Trailrunning, Kajakfahren oder Tango tanzen: Es gibt unzählige Möglichkeiten, wo ich gerade stecken könnte.

Wenn die andere Person desinteressiert wirkt, sage ich einfach: „Ich bin ein armer Unternehmer.“ Damit ist das Gespräch meist sofort beendet. Doch wenn jemand wirklich nachbohrt, was ich konkret beruflich mache, dann wird es erst recht wild.

Ob beim Goldwaschen am Rhein, beim Drehen von Videos über das Pilzesammeln oder beim Veranstalten wilder Festivals; ob ich als Saunameister in meinem Saunadorf stehe, Pilze in den USA sammle oder jungen Menschen mit starken Ideen dabei helfe, ihren eigenen Weg zu finden.

Als Unternehmer habe ich die Freiheit, meine Unternehmen so zu strukturieren, dass sie auch ohne mich funktionieren… zumindest vorübergehend. Ich bleibe der Inhaber, aber „Remote First“.

Und so kann ich dann auch für fünf Wochen in Afrika sein und von dort aus leben (und arbeiten), ganz einfach, weil ich nicht mehr physisch vor Ort sein muss.

Ein Sonnenuntergang im Vorgarten meiner Unterkunft, direkt der Strand von Taghazout.

Die 4-Stunden-Woche von Tim Ferriss: Inspiration für mein Traumleben

Eine große Inspiration war das Buch „Die 4-Stunde-Woche“ (4HWW) von Tim Ferriss. Ich glaube, ich habe es zum ersten Mal mit etwa 18 Jahren gelesen. Damals kam ich frisch von der Schule, hatte das Abitur in der Tasche und stellte mir die Frage: Wo soll meine Reise eigentlich hingehen? Die Gedanken aus der 4HWW wirkten sofort ansteckend.

Mein Ziel war es, ein Unternehmen aufzubauen, in dem die Day-to-Day-Prozesse auch ohne mich funktionieren, gestützt auf effiziente Strukturen durch Homeoffice und Geoarbitrage.

Im Ergebnis ermöglichen mir diese Systeme und Ideen weit mehr, als nur Unternehmen aufzubauen oder zu unterstützen. Denn warum sollte man bis zur Rente oder auf den einen Jahresurlaub warten, wenn man das schöne Leben auch im Hier und Jetzt genießen kann?

Fazit 2024: Es wird nicht leichter

Heute ist der 31.12.2024 – schon wieder ist ein Jahr vergangen.

2024 war ein unglaublich abwechslungsreiches Jahr, geprägt von tiefen Abgründen und hohen Gipfeln, von Traurigkeit und Glücksgefühlen.

Das Jahr begann am 01.01. in der Nordsee nahe Amsterdam mit dem traditionellen niederländischen Neujahresschwimmen.

Eine Tradition, bei der man zuerst am Ufer tanzt und dann wie verrückt in die Nordsee rennt. Wer das noch nie erlebt hat, sollte es unbedingt ausprobieren.

Ja, das bin ich. Fragt nicht, wie ich am 1. Januar in der Nordsee gelandet bin.

Nachdem im November/Dezember 2023 bei den deutschlandweiten Wildschytz-Treffen bereits die Idee eines eigenen Festivals aufgekommen war, wurde das Festival im Januar unter dem Namen „Earthbound“ spruchreif.

Schnell wurde eine Website erstellt, und die Suche nach einem geeigneten Festivalgelände begann.

Wie schwierig kann es schon sein, mit einem halben Jahr Vorlauf ein Festival zu organisieren?

Härter, als man denkt.

Gleichzeitig befand sich mein erstes richtig eigenes Buch, „Abenteuer Wald“, das im GU-Verlag erscheinen sollte, in den letzten Zügen. Ende Januar stand die Nachfrist für die Abgabe des Manuskripts an.

Und da kam es dann raus… Abenteuer Wald.

Nachdem es noch mehrere Revisionen und Anpassungen durchlaufen hatte, war es im April endlich so weit: „Abenteuer Wald“ war im Buchhandel verfügbar.

Tatsächlich hatte ich die Arbeit, die hinter einem Buch steckt, unterschätzt.

Doch letztlich hat es sich gelohnt. Schon nach etwa einem halben Jahr war die erste Auflage ausverkauft. Mittlerweile befinden wir uns in der zweiten Auflage – mal schauen, wie es weitergeht.

Im Januar und Februar ging es mit dem Snowboardfahren weiter. 2024 habe ich an meinen Fähigkeiten auf der Piste gearbeitet – vom heimischen Schwarzwald über Deutschland und Österreich bis nach Italien.

Meliskopf/Hundseck im Schwarzwald – Das nächstgelegene Skigebiet

Dabei gab es viele Höhepunkte: von der Saisoneröffnung im Schwarzwald über die Zeit in Italien und Österreich bis zum Saisonende im April in Oberstdorf – und schließlich zur erneuten Saisoneröffnung im Dezember.

Snowboard fahren im t-Shirt. Das hab selbst ich noch nicht erlebt.

Mit dem Wildschytz haben wir für die Frühlingszeit viele neue Formate geplant: von Vogelwanderungen über Giftpflanzenkunde, Hildegard von Bingen, Familienwanderungen und mehr.

Dafür haben wir zahlreiche neue Guides eingestellt, viele Wanderungen geplant und viel Werbung geschaltet.

Doch alles scheiterte.

Eine Wanderung nach der anderen mussten wir absagen, und Guides, die mit uns geplant hatten, wurden enttäuscht.

Wir hatten die Nachfrage völlig falsch eingeschätzt.

Statt neue Formate zunächst an einem Standort in einem Experiment zu testen, haben wir sie ungetestet flächendeckend ausgerollt. Das war ein schwerwiegender Fehler, der uns dieses Jahr fast die Firma gekostet hätte.

Ein wahrer Tiefpunkt im Jahr 2024.

Das Lächeln täuschte etwas über die Herrausforderungen hinweg, in denen wir steckten.

In der Folge mussten wir im Mai Kosten reduzieren und schauen, wie wir über den Sommer kommen. Plötzlich waren wir auf ein starkes Herbstgeschäft 2024 angewiesen und hatten gleichzeitig unser erstes Festival vor uns.

Dennoch hatte der Mai auch Höhepunkte. Einer davon war mein Vortrag auf der GPN zum Thema: „Was du schon immer über Pilze wissen wolltest…“

Nach einer kurzen Einführung ging es direkt in die Welt der Pilze

Der Juni wurde vom Earthbound Festival geprägt und einem kleinen Abstecher in den Nahen Osten.

Aufgrund des Krieges war die Anreise aus Deutschland etwas erschwert. Aber über Wien bin ich letztlich gut in Tel Aviv angekommen und bin sehr dankbar für die Zeit dort.

Der Blick aus der Wizzair-Maschine und hinter mir die Oper von Tel Aviv

Danach ging es ans Festival. Das Earthbound-Festival war unglaublich. Unglaublich anstrengend, aber es hat auch unglaublich viel gegeben.

Zu sehen, dass es fast 150 Menschen gibt, die aus ganz Deutschland herkommen, um ein Wochenende mit uns in der Natur zu verbringen und gemeinsam voneinander zu lernen, war einfach überwältigend.

Hier habe ich euch unseren Festivalrückblick auf das Earthbound 2024 verlinkt:

Auch 2025 wird es wieder ein Earthbound Festival geben. Diesmal im Schwarzwald mit bis zu 500 Leuten. Aktuell kann man sich noch zum Earlybird anmelden oder kostenlos als Helfer kommen.

Nach dem Earthbound ist vor dem Earthbound, und nach der Saison ist vor der Saison.

So liefen im Juli die Vorbereitungen für die kommende Herbstsaison mit dem Team auf Hochtouren, und auch unsere neue Wildschytz Akademie mit dem Zertifikatslehrgang zum Pilzführer kam weiter ins Laufen.

In Valencia habe ich meine Spanischkenntnisse wieder etwas aufgefrischt, während ich im 1-Rato-Mas einige der besten Arbeitsstunden des Jahres (zumindest in einem Café) hatte.

Tolle Architektur, günstiges Frühstück und warme Temperaturen: Valencia.

Im August und September kamen endlich wieder die Steinpilze raus, und mit ihnen das Interesse an Pilzwanderungen.

Über den Sommer haben wir mit ernsthafter Social-Media-Arbeit angefangen – drei Posts am Tag auf mehreren Plattformen. Um das zu leisten, haben wir das Team verstärkt, und ich durfte wieder jede Woche einen Drehtag hinaus in die Natur verbringen.

Mindestens ein Longform-YouTube-Video und 21 Hochformat-Videos standen auf dem Plan. Hier könnt ihr in eines von vielen reinschauen:

Gleichzeitig waren die Bedingungen in den Alpen diesen Herbst wunderbar für allerlei Bergtouren und Klettereien, sodass Pilze und Klettern auf manchen Abenteuern sogar zusammenkamen.

Klettern und Pilze sammeln: Zwei Leidenschaften in einem.

Das Earthbound hat uns so viel Freude bereitet, auch wenn wir dabei draufgelegt haben. Für die Zukunft haben wir jedoch den Plan, noch mehr Festivals in diesem Stil zu veranstalten.

Kleine Festivals mit weniger als 1000 Leuten, die Workshops, Vorträge, Musik, Partys, Foodtrucks, ein Saunadorf, Lagerfeuer und mehr bieten – jedes zu einem spezifischen Thema.

Zum Jahresende haben wir die Firma umstrukturiert, um dieser zukünftigen Entwicklung gerecht zu werden. Aktuell ist der Plan, ab 2026 vier Festivals über den Sommer hinweg zu veranstalten: einmal das Earthbound und drei thematisch unterschiedliche.

Ab in die USA mit Wyldforest

Über den Herbst haben wir ein Experiment in den USA gestartet, um zwei Fragen zu beantworten: Können wir dort qualifizierte Pilzguides finden? Können wir dort Pilzwanderungen verkaufen?

Dabei haben wir aus dem Desaster im Frühling gelernt und zunächst nur ein sehr kleines, regional begrenztes Experiment gestartet.

Die Antworten auf die Fragen waren: Ja und Ja.

Damit konnten wir voranschreiten und bauen nun unter dem Namen Wyldforest den Wildschytz in den USA auf.

Snowboarden geht nicht nur im Schnee

Im Oktober ging es noch einmal in die Wärme nach Afrika zum Surfen im Atlantik. Genauer gesagt nach Taghazout, einem kleinen Surfdorf im Süden des Landes, voller verrückter digitaler Nomaden und Surfer.

Manchmal braucht es einfach Zeit, um nachzudenken, in einem neuen Umfeld neue Dinge zu erleben und daraus neue Ideen zu entwickeln.

Vielleicht hat das Umfeld aus Amerikanern hier noch zur Idee der US-Expansion beigetragen…

In Afrika gibt es Kamele

Die Zukunft ist ungewiss.

Die vergangenen Jahre haben mich gelehrt, nichts für sicher zu nehmen, immer weiterzumachen und nach jeder Niederlage wieder aufzustehen.

Wer mit wenig auskommt, der hat mehr Spielräume für Risiken und kann nachts entspannt schlafen, weil er immer an das Wenige kommen wird, das er braucht.

Fokussiert auf das Wesentliche, so wird es auch 2025 weitergehen.

Die Geschäfte mit Wildschytz in Deutschland und den USA kontinuierlich weiter ausbauen, die Festivals kontinuierlich besser machen und das Team befähigen, die richtige Arbeit zur richtigen Zeit zu erledigen.

Das Leben wird nicht leichter, die Probleme werden nur größer, schwerer, und das ist gut so.

Damit wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2025.

Nimm dir Zeit zum Denken

„Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit, Geld zu verdienen.“ – John D. Rockefeller.

Gerade sitze ich im Zug, zurück von den Pfälzer Bergen nach Heidelberg. Wir waren klettern und genossen Luft und Freiheit unter unseren Füßen. Der erste Pfifferling diesen Jahres wurde auch gefunden.

Nun habe ich etwas Zeit, zurückzudenken.

In den letzten Wochen habe ich immer wieder in der „4-Stunden-Woche“ von Tim Ferriss gelesen. Ein Buch, das mich wie kein anderes auf meiner unternehmerischen Reise bisher begleitet hat.

Dieses Mal habe ich vor allem den Gedanken der zwei wirklich wichtigen Aufgaben am Tag übernommen. Die Idee ist eigentlich total einfach: Welche Aufgabe würde dich zufriedenstellen, wenn sie die einzige Aufgabe wäre, die du an diesem Tag erledigst?

Wähle maximal zwei solcher Aufgaben am Tag und stelle sicher, dass du sie am Stück ohne Ablenkungen abarbeitest. Danach kannst du nach Hause gehen.

Nimm dir den Montag und/oder Freitag einfach frei und komme ansonsten spät oder gehe einfach früh nach Hause.

Eine Verkürzung der Arbeitszeit sorgt dafür, dass die Aufgaben eher auf das Wesentliche reduziert werden. Oft brauchen Aufgaben nämlich genau so lange, wie man Zeit dafür hat.

Genau das habe ich gemacht, und dabei ist mir eine Sache aufgefallen: Auf einmal hatte ich Zeit zum Denken. Wer immer nur arbeitet, hat keine Zeit, wirklich nachzudenken.

Viele Gedanken entstehen in und mit der Zeit.

Klar steht es außer Frage: Wir müssen die wirklich wichtige Arbeit, vor der wir uns drücken, aber von der wir wissen, dass sie wichtig ist, erledigen.

Aber wie oft machen wir das Unwichtige, um das Wichtige, aber Unangenehme aufzuschieben?

Liebe Grüße, Fabian

Von der Idee zum Einkommen: Wie du mit Experimenten eine tragfähige Geschäftsidee findest.

Es ist Samstag am späten Vormittag an einem sonnigen Tag. Jetzt, Mitte Mai, scheint der Sommer endgültig übers Land gekommen zu sein. Die lang erwartete Zeit der kurzen Hosen und Liegestühle ist da. Also, es ist Zeit, etwas Geld zu verdienen, um sich ein Eis kaufen zu können.

Genau darum soll es heute gehen: Wie findest du eine tragfähige Geschäftsidee?

Wie definiere ich eine tragfähige Geschäftsidee?


Effektiv geht es um folgende Komponenten, die stimmen müssen: Du brauchst Kunden, die dir für dein Produkt oder deine Dienstleistung Geld geben. Du musst regelmäßig und auf einem reproduzierbaren, skalierbaren Weg zu überschaubaren Kosten an deine Kunden gelangen (CAC). Am Ende muss das, was du machst oder verkaufst, deutlich weniger kosten als das Geld, das du dafür bekommst.

Das bedeutet, dass deine Ausgaben pro Verkauf geringer als deine Einnahmen sein müssen, und zwar idealerweise so signifikant, dass du deine Arbeit delegieren oder automatisieren kannst.

Denken in Experimenten

Um genau so eine tragfähige Geschäftsidee zu finden, nutzen wir das Denken in Experimenten, auch Versuche oder Tests genannt.

Jedes Experiment besteht aus einer These, dem eigentlichen Experiment zum Prüfen der These und führt zu einem Ergebnis. Aus diesem Ergebnis kannst du wieder eine neue These entwickeln. Dieser Prozess wird vereinfacht fortgeführt, bis eine „tragfähige“ Geschäftsidee gefunden ist. Aber lass mich mit einem praktischen Beispiel tiefer einsteigen.

Ein praktisches Beispiel

Wenn wir zum Beispiel die Idee haben, Kletterkurse anzubieten, können wir diese Idee mit passenden Experimenten auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit hin überprüfen.

These: Leute wollen Kletterkurse machen.

Experiment: Ein Angebot für einen Kletterkurs kannst du auf ein bis zwei Papieren zusammenstellen. Erstelle statische Meta-Anzeigen, die auf eine einfache, aber benutzbare Landingpage verweisen. Dort sollten Interessenten die Möglichkeit haben, sich für Termine anzumelden. Deine Telefonnummer sollte prominent auf der Website platziert sein. Diese Anzeigen könntest du über ein bis zwei Wochen ausspielen.

Ergebnis: Gibt es Leute, die Kletterkurse zu diesem Preis wollen? Wie hoch sind die Kosten, um einen Teilnehmer über die noch nicht optimierte Website bzw. die noch nicht optimierten Ads zu gewinnen (CAC)? Welche Fragen hatten die Anrufer?

Basierend auf den Rückmeldungen von so einem Experiment lässt sich das Projekt weiterentwickeln. Wenn keine Interessensignale von Käufern kommen, liegt es meistens nicht an der Website, am Marketing oder am Verkauf, sondern in sehr vielen Fällen einfach am Angebot.

In so einer frühen Phase, von der Idee zum Einkommen, machen viele Menschen den Fehler, dass sie zu lange an Dingen festhalten, die nicht funktionieren. Und wenn sie Dinge finden, die funktionieren, dann halten sie an den funktionierenden Dingen nicht lange genug fest.

Fang an und komm ins tun

So viel für heute, jetzt geht es an die Umsetzung. Ich freue mich über eure Fragen und Feedback in den Kommentaren.

Liebe Grüße aus Heidelberg,

Fabian

Weniger Digital, mehr Real: Weg vom Smartphone, zurück ins echte Leben

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem Zug auf dem Weg in die Alpen. Es ist das Saisonende der Snowboard-Saison in Deutschland. Nur noch die Zugspitze und das Nebelhorn haben ihre Lifte geöffnet.

Bei sommerlichen Temperaturen lässt sich auch im T-Shirt snowboarden. Es war schon richtig genial, dieses Gefühl der Freiheit, nur im Shirt die Hänge hinabzufahren.

Aber nachdem es in den letzten Tagen noch einmal etwas frischen Schnee gab und das Wetter reichlich Sonne verspricht, habe ich mich ein letztes Mal für diesen Winter auf den Weg in die Berge gemacht. Mit dem Zug fuhr ich von Heidelberg über Stuttgart und Ulm nach Oberstdorf.

Die Bahnstrecke von Ulm nach Oberstdorf ist wirklich ein Erlebnis

Um mich herum im Zug sitzen Dutzende Menschen, jeder in seiner eigenen kleinen Welt. Mit Kopfhörern ausgestattet und den Blick auf das Handy gerichtet, konsumieren sie das digitale Leben. Ein gewöhnlicher Anblick, aber auch ein merkwürdiger, etwas unheimlicher Anblick.

Kurzes Glück im Algorithmus

Sei es Instagram, YouTube oder TikTok – wer kennt es nicht? Man begibt sich auf die Suche nach einer Antwort oder möchte etwas teilen, und plötzlich zeigen uns die Algorithmen ein Video nach dem anderen.

Der Finger wischt über den Bildschirm, und das Gehirn schaltet ab. Es gerät in einen Tunnel und wird in die Plattform hineingezogen, weg von der Realität hin zur digitalen Welt. Gut und gerne zwei Stunden kann es dauern, bevor das Gehirn vor Erschöpfung aufgibt. Übrig bleibt eine gewisse Leere.

Bisher konnte ich zumindest keine positiven Auswirkungen feststellen. Ich empfinde nur Leere und ein leicht schwummriges, wie vernebeltes Gefühl im Geist. Einzig während des Tunnels erlebe ich diesen kleinen, immer wiederkehrenden Kick von Dopamin. Es ist ein kurzes Glück, wenn die Algorithmen der Apps den nächsten, irgendwie spannenden Beitrag anzeigen.

Und die Gedanken sind leer…

Es gibt praktisch kaum etwas aus dem Meer der Algorithmen, an das ich mich erinnern kann. Ich befürchte, dass es nicht an meinem Gedächtnis liegt, sondern an der Sache selbst. So schnell, wie die Aufmerksamkeit kommt, so schnell geht sie auch wieder.

Die Antwort und Lösung aller Probleme

Mittlerweile sitze ich auf einem Stuhl in der Sonne, neben mir ein Milchkaffee, und die Antwort auf diese Probleme ist eigentlich ganz einfach: Lege dein Handy häufiger weg – insbesondere am Anfang des Falls in den Tunnel, wenn dein Gehirn noch eine gewisse Widerstandskraft besitzt. Eine Antwort, die viel leichter gesagt (oder geschrieben) als umgesetzt ist.

Ein paar mehr Hintergründe zum Algorithmus, um ihm mental effektiver widerstehen zu können, sind hilfreich. Dafür müssen wir uns im Kopf behalten, was das Ziel aller Algorithmen ist: Aufmerksamkeit und Zeit.

Sie zeigen dir Dinge an, die dich interessieren oder zumindest deine Aufmerksamkeit binden, damit du mehr Zeit auf der Plattform verbringst. Denn deine Zeit auf der Plattform ist für die Betreiber Geld wert. Eine Social-Media-Plattform verdient in der Regel dadurch Geld, dass sie die Zeit der Nutzer – deine Zeit – an die eigentlichen Kunden, die Werbepartner, verkauft.

Hier zu sehen: Das Produkt der Social-Media-Plattformen – der Nutzer.

Wir leben in einer Aufmerksamkeitsökonomie

Die meisten Produkte und Dienstleistungen können wir als Kunden aus unterschiedlichsten Quellen in ähnlicher Qualität beziehen – zumindest theoretisch. Aber am Ende des Tages kaufen wir dort, wo unsere Aufmerksamkeit hin geführt wird.

Ohne jetzt tiefer in die Thematik einzusteigen, wird klar: Unsere Aufmerksamkeit bzw. die Aufmerksamkeit von Menschen ist eines der wertvollsten Güter des digitalen Zeitalters. Der Wettbewerb um sie ist dementsprechend hart.

Weg vom Handy, rein ins Leben

Mir hilft es, zu planen und spannende Termine zu haben. Die geplanten Abenteuer und Erlebnisse sorgen dafür, dass ich in der realen Welt beschäftigt bin und das Smartphone maximal zur Dokumentation nutze.

Dieser Übergang vom sommerlichen Tal bei 25 Grad hinauf auf den Berg, wo der Winter herrscht, war wirklich faszinierend. Diese ‚Extreme‘ sind durchaus anregend.

Am schlimmsten schlagen die Algorithmen zu, wenn ich alleine bin, keine Arbeit und nichts Spannendes geplant ist. Indem ich Tag für Tag versuche, ein tolles Leben zu planen, hat das Handy weniger Chancen, mich vom Leben wegzuführen.

Wie schafft ihr es euer Handy weg zu legen?

Fazit 2022: Ein Jahr des Aufbruchs

„Ein alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“

Prediger 3,1

Welch ein Jahr liegt da hinter uns. Für viele unter uns eine wahre Gratwanderung. Für mich hat das Jahr 2022 genau dort gestartet wo es nun auch wieder geendet hat: In einem kleinen Südtiroler Bergdorf, in einem beschaulichen Gasthaus. Zeit zu reflektieren und in der Stille der Berge zurück zu schauen in das vergangene Jahr.

Ein Reisender auf der Welt

Auch im Jahr 2022 wollte ich mir wieder die Zeit nehmen fremde Länder und Kulturen zu bereisen. Das ist mir aber nur zum Teil gelungen. Ab August war ich mit dem Wildschytz fast jedes Wochenende in ganz Deutschland unterwegs: München, Berlin, Düsseldorf, Köln um nur ein paar meiner geschäftlichen Destinationen zu nennen.

Insgesamt war ich dennoch über 2 Monate im Ausland unterwegs, digitales Nomadentum statt klassischem Urlaub. Über unsere direkten Nachbarn wie Frankreich, Österreich und die Schweiz, hin zu Ländern wie Portugal und Italien.

Angefangen hat das Jahr mit einem Monat im Südtiroler Dreiländereck (Österreich/Schweiz/Italien). Naturbelassene Skitouren, wilde Abfahrten mit dem Snowboard und waghalsige Eisklettereien zusammen mit meinem Papa.

Im Februar ging es über die legendäre Kandahar Skiabfahrt an der Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen nochmal für eine Woche nach Italien. Zusammen mit Jule konnte ich bei schönem Neuschnee meine Fähigkeiten im Freeriding verbessern. Nach einem letzten Hüpfer in den Schwarzwald, zusammen mit dem Tobias war die Wintersport Season 2021/22 dann auch schon beendet.

Frühlingszeit ist Surfzeit, mit dem Flugzeug ging es zurück nach Porto, Portugal. Dort habe ich nochmal für eine Woche die Schulbank in der Surfschule gedrückt und an meinen Surffähigkeiten gearbeitet. Die Community, insbesondere jene der internationalen Gäste, war wieder großartig und hat zu allerlei Kontakten und Konversationen geführt.

Der Sommer hat ebenfalls seinen besonderen Charme inne. In Südfrankreich durfte ich die französische Leichtigkeit kennenlernen. Bunte Märkte und malerische Kleinstädte, alte und neue Weingüter, strahlend blaues Wasser am Mittelmeer. Bei Oberstdorf in die sommerlichen Alpen zusammen mit meiner Mama. Auf dem Hindelanger Klettersteig ging es bei bestem Wetter vom Nebelhorn aus über einen der schönsten Grate der deutschen Alpen zum großen Daumen und am Fellhorn mit dem Zwei-Länder Sportklettersteig ebenfalls hoch hinaus… Doch der Wildschytz hat gerufen und bis Dezember meine physische Anwesenheit in Deutschland verlangt.

Neues vom Wildschytz

Gleich zum Beginn des Jahres 2022 hieß es Abschied nehmen. Mit meinem Unternehmen, dem Wildschytz, sind wir aus dem Wildfleischgeschäft ausgestiegen, welches uns seit der Gründung begleitet hat. Ich hatte wundervolle Begegnungen mit Kunden in diesen Jahren und es war immer wieder großartig zu erleben wie wir mit unserem Wildfleisch unzählige Menschen an den Festtagen zusammen gebracht haben.

Doch alles hat seine Zeit und statt den Wald weiter zu den Menschen nach Hause zu bringen, geht es nun gemeinsam mit den Menschen in den Wald. Den Lebensraum Wald mit Erlebnissen wie Pilz- und Kräuterwanderungen kennenlernen und einen achtsamen Umgang fördern.

Auf dieser Reise durfte ich 2022 zahlreiche neu Weggefährten antreffen. Von motivierten Gästen hin zu neuen Wildschytzen in unserem Team. Ihnen gebührt mein Dank, denn durch Ihre Liebe zum Wald, machen sie den Wildschytz Woche für Woche überhaupt erst möglich.

Ein weiterer besonderer Dank gilt meinem Freund und Geschäftspartner Tobias, der den Wildschytz als Geschäftsführer auch in herausfordernden Situationen auf Kurs gehalten hat und unsere Sekretärin Jasmin, die mit harter verlässlicher Arbeit immer wieder über sich selbst hinaus gewachsen ist.

Eine Gratwanderung

Das Jahr 2022 wird mir auch als jenes Jahr in Erinnerung bleiben, in dem ich meine letzen Prüfungen zu meinem Bachelor Abschluss in Informatik an der Universität Heidelberg absolviert habe. Insbesondere das Anwendungsgebiet der Volkswirtschaftslehre hat mir viele neue Perspektiven auf unsere Wirtschaft mitgegeben.

Für mich ganz persönlich war 2022 dennoch eines der härtesten und erfolgreichsten Jahre meines Lebens zugleich. Immer wieder hat sich gezeigt das Sieg und Niederlage doch sehr nah bei einander liegen. Zeitweise schien es so als ob alles einfach zu viel wird, Glück und Leben auf der Strecke bleiben, erst mit entsprechenden Prioritäten habe ich wieder zurück zum Fokus gefunden.

2022 war auch das Jahr in dem ich diesen Blog gestartet habe, es war das Jahr in dem ich wieder angefangen habe drei mal pro Woche zu trainieren (und des dank Verantwortung weiter durchhalte), es war das Jahr in dem wir mit dem Wildschytz das erste Mal in der FAZ standen… so viele erste Male.

Da bleibt mir nichts mehr übrig als mit dem Anfang zu Enden:

„Ein alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“

Prediger 3,1

Was wird 2023 seine Zeit und Stunde haben? Wir werden es sehen und erleben, bis dahin einen guten Rutsch ins neue Jahr euch allen.

Am Anfang war das Problem: Wie du ein erfolgreiches Unternehmen gründest.

Immer wieder werde ich von verschiedenen Freunden auf dieses Thema angesprochen. Sag mal Fabian, ich habe eine Geschäftsidee, wie würdest du daraus ein Unternehmen gründen?

In diesem Beitrag zeige ich dir meine Strategie bei der Gründung eines neuen Unternehmens. Zunächst muss hierfür eine fundamentale Frage geklärt werden:

Was ist ein Unternehmen?

Ein Unternehmen ist eine Organisation, welche Mehrwerte schafft und damit Geld verdient. Nichts anderes. Ein Start-up ist im Gegensatz zum Unternehmen noch auf der Suche nach einem Geschäftsmodell, es verbrennt Geld. Um Start-ups soll es in diesem Beitrag nicht gehen.

Wenn du also ein Unternehmen gründen möchtest, musst du Geld verdienen. Ein schönes Logo, eine schöne Website, ein toller Lagerbestand – sind alles schöne Dinge, aber solange du kein Geld verdienst, hast du nur ein teures Hobby und kein Unternehmen.

Am Anfang war das Problem

Am Anfang von (nahezu) jedem erfolgreichen Unternehmen stehen Menschen mit einem Problem. Mit deinem Unternehmen bietest du eine Lösung für dieses Problem. Fokussiere dich auf Nachfragemärkte statt auf Angebotsmärkte. Auf einem Nachfragemarkt ist die Nachfrage der potenziellen Kunden mit einem Problem größer als das Angebot an Lösungen.

Teste deine Lösung: Spare Zeit und Geld 

Die meisten Unternehmen scheitern, weil sie ihre Produkte oder Dienstleistungen – kurz: Ihre Lösungen – nicht verkauft bekommen. Das einzige, was an dieser Stelle hilft, ist ein frühzeitiges Testen der Lösung. Um eine Lösung zu testen, braucht es kein fertiges Produkt. Im ersten Schritt geht es nur darum herauszufinden, ob du profitabel Geld verdienen kannst.

Erst wenn dies der Fall ist, solltest du weitere Ressourcen – Zeit und Geld – in dein Unternehmen investieren und deine Lösung weiter entwickeln. Die meisten Ideen scheitern im Test, doch keine Sorge, damit bist du nicht alleine. Sehe es positiv, du hast dir Ressourcen gespart und kannst nun neue Ideen und Lösungen testen.

Hast du gerade eine Geschäftsidee?

Wenn du gerade eine Idee für ein Unternehmen hast, dann komm gerne auf mich zu. Schreib mir in den Kommentaren oder einfach per Nachricht. Ich helfe dir gerne im persönlichen Gespräch weiter und berate dich mit meinem Wissen bei deiner Gründung.