Fazit 2024: Es wird nicht leichter

Heute ist der 31.12.2024 – schon wieder ist ein Jahr vergangen.

2024 war ein unglaublich abwechslungsreiches Jahr, geprägt von tiefen Abgründen und hohen Gipfeln, von Traurigkeit und Glücksgefühlen.

Das Jahr begann am 01.01. in der Nordsee nahe Amsterdam mit dem traditionellen niederländischen Neujahresschwimmen.

Eine Tradition, bei der man zuerst am Ufer tanzt und dann wie verrückt in die Nordsee rennt. Wer das noch nie erlebt hat, sollte es unbedingt ausprobieren.

Ja, das bin ich. Fragt nicht, wie ich am 1. Januar in der Nordsee gelandet bin.

Nachdem im November/Dezember 2023 bei den deutschlandweiten Wildschytz-Treffen bereits die Idee eines eigenen Festivals aufgekommen war, wurde das Festival im Januar unter dem Namen „Earthbound“ spruchreif.

Schnell wurde eine Website erstellt, und die Suche nach einem geeigneten Festivalgelände begann.

Wie schwierig kann es schon sein, mit einem halben Jahr Vorlauf ein Festival zu organisieren?

Härter, als man denkt.

Gleichzeitig befand sich mein erstes richtig eigenes Buch, „Abenteuer Wald“, das im GU-Verlag erscheinen sollte, in den letzten Zügen. Ende Januar stand die Nachfrist für die Abgabe des Manuskripts an.

Und da kam es dann raus… Abenteuer Wald.

Nachdem es noch mehrere Revisionen und Anpassungen durchlaufen hatte, war es im April endlich so weit: „Abenteuer Wald“ war im Buchhandel verfügbar.

Tatsächlich hatte ich die Arbeit, die hinter einem Buch steckt, unterschätzt.

Doch letztlich hat es sich gelohnt. Schon nach etwa einem halben Jahr war die erste Auflage ausverkauft. Mittlerweile befinden wir uns in der zweiten Auflage – mal schauen, wie es weitergeht.

Im Januar und Februar ging es mit dem Snowboardfahren weiter. 2024 habe ich an meinen Fähigkeiten auf der Piste gearbeitet – vom heimischen Schwarzwald über Deutschland und Österreich bis nach Italien.

Meliskopf/Hundseck im Schwarzwald – Das nächstgelegene Skigebiet

Dabei gab es viele Höhepunkte: von der Saisoneröffnung im Schwarzwald über die Zeit in Italien und Österreich bis zum Saisonende im April in Oberstdorf – und schließlich zur erneuten Saisoneröffnung im Dezember.

Snowboard fahren im t-Shirt. Das hab selbst ich noch nicht erlebt.

Mit dem Wildschytz haben wir für die Frühlingszeit viele neue Formate geplant: von Vogelwanderungen über Giftpflanzenkunde, Hildegard von Bingen, Familienwanderungen und mehr.

Dafür haben wir zahlreiche neue Guides eingestellt, viele Wanderungen geplant und viel Werbung geschaltet.

Doch alles scheiterte.

Eine Wanderung nach der anderen mussten wir absagen, und Guides, die mit uns geplant hatten, wurden enttäuscht.

Wir hatten die Nachfrage völlig falsch eingeschätzt.

Statt neue Formate zunächst an einem Standort in einem Experiment zu testen, haben wir sie ungetestet flächendeckend ausgerollt. Das war ein schwerwiegender Fehler, der uns dieses Jahr fast die Firma gekostet hätte.

Ein wahrer Tiefpunkt im Jahr 2024.

Das Lächeln täuschte etwas über die Herrausforderungen hinweg, in denen wir steckten.

In der Folge mussten wir im Mai Kosten reduzieren und schauen, wie wir über den Sommer kommen. Plötzlich waren wir auf ein starkes Herbstgeschäft 2024 angewiesen und hatten gleichzeitig unser erstes Festival vor uns.

Dennoch hatte der Mai auch Höhepunkte. Einer davon war mein Vortrag auf der GPN zum Thema: „Was du schon immer über Pilze wissen wolltest…“

Nach einer kurzen Einführung ging es direkt in die Welt der Pilze

Der Juni wurde vom Earthbound Festival geprägt und einem kleinen Abstecher in den Nahen Osten.

Aufgrund des Krieges war die Anreise aus Deutschland etwas erschwert. Aber über Wien bin ich letztlich gut in Tel Aviv angekommen und bin sehr dankbar für die Zeit dort.

Der Blick aus der Wizzair-Maschine und hinter mir die Oper von Tel Aviv

Danach ging es ans Festival. Das Earthbound-Festival war unglaublich. Unglaublich anstrengend, aber es hat auch unglaublich viel gegeben.

Zu sehen, dass es fast 150 Menschen gibt, die aus ganz Deutschland herkommen, um ein Wochenende mit uns in der Natur zu verbringen und gemeinsam voneinander zu lernen, war einfach überwältigend.

Hier habe ich euch unseren Festivalrückblick auf das Earthbound 2024 verlinkt:

Auch 2025 wird es wieder ein Earthbound Festival geben. Diesmal im Schwarzwald mit bis zu 500 Leuten. Aktuell kann man sich noch zum Earlybird anmelden oder kostenlos als Helfer kommen.

Nach dem Earthbound ist vor dem Earthbound, und nach der Saison ist vor der Saison.

So liefen im Juli die Vorbereitungen für die kommende Herbstsaison mit dem Team auf Hochtouren, und auch unsere neue Wildschytz Akademie mit dem Zertifikatslehrgang zum Pilzführer kam weiter ins Laufen.

In Valencia habe ich meine Spanischkenntnisse wieder etwas aufgefrischt, während ich im 1-Rato-Mas einige der besten Arbeitsstunden des Jahres (zumindest in einem Café) hatte.

Tolle Architektur, günstiges Frühstück und warme Temperaturen: Valencia.

Im August und September kamen endlich wieder die Steinpilze raus, und mit ihnen das Interesse an Pilzwanderungen.

Über den Sommer haben wir mit ernsthafter Social-Media-Arbeit angefangen – drei Posts am Tag auf mehreren Plattformen. Um das zu leisten, haben wir das Team verstärkt, und ich durfte wieder jede Woche einen Drehtag hinaus in die Natur verbringen.

Mindestens ein Longform-YouTube-Video und 21 Hochformat-Videos standen auf dem Plan. Hier könnt ihr in eines von vielen reinschauen:

Gleichzeitig waren die Bedingungen in den Alpen diesen Herbst wunderbar für allerlei Bergtouren und Klettereien, sodass Pilze und Klettern auf manchen Abenteuern sogar zusammenkamen.

Klettern und Pilze sammeln: Zwei Leidenschaften in einem.

Das Earthbound hat uns so viel Freude bereitet, auch wenn wir dabei draufgelegt haben. Für die Zukunft haben wir jedoch den Plan, noch mehr Festivals in diesem Stil zu veranstalten.

Kleine Festivals mit weniger als 1000 Leuten, die Workshops, Vorträge, Musik, Partys, Foodtrucks, ein Saunadorf, Lagerfeuer und mehr bieten – jedes zu einem spezifischen Thema.

Zum Jahresende haben wir die Firma umstrukturiert, um dieser zukünftigen Entwicklung gerecht zu werden. Aktuell ist der Plan, ab 2026 vier Festivals über den Sommer hinweg zu veranstalten: einmal das Earthbound und drei thematisch unterschiedliche.

Ab in die USA mit Wyldforest

Über den Herbst haben wir ein Experiment in den USA gestartet, um zwei Fragen zu beantworten: Können wir dort qualifizierte Pilzguides finden? Können wir dort Pilzwanderungen verkaufen?

Dabei haben wir aus dem Desaster im Frühling gelernt und zunächst nur ein sehr kleines, regional begrenztes Experiment gestartet.

Die Antworten auf die Fragen waren: Ja und Ja.

Damit konnten wir voranschreiten und bauen nun unter dem Namen Wyldforest den Wildschytz in den USA auf.

Snowboarden geht nicht nur im Schnee

Im Oktober ging es noch einmal in die Wärme nach Afrika zum Surfen im Atlantik. Genauer gesagt nach Taghazout, einem kleinen Surfdorf im Süden des Landes, voller verrückter digitaler Nomaden und Surfer.

Manchmal braucht es einfach Zeit, um nachzudenken, in einem neuen Umfeld neue Dinge zu erleben und daraus neue Ideen zu entwickeln.

Vielleicht hat das Umfeld aus Amerikanern hier noch zur Idee der US-Expansion beigetragen…

In Afrika gibt es Kamele

Die Zukunft ist ungewiss.

Die vergangenen Jahre haben mich gelehrt, nichts für sicher zu nehmen, immer weiterzumachen und nach jeder Niederlage wieder aufzustehen.

Wer mit wenig auskommt, der hat mehr Spielräume für Risiken und kann nachts entspannt schlafen, weil er immer an das Wenige kommen wird, das er braucht.

Fokussiert auf das Wesentliche, so wird es auch 2025 weitergehen.

Die Geschäfte mit Wildschytz in Deutschland und den USA kontinuierlich weiter ausbauen, die Festivals kontinuierlich besser machen und das Team befähigen, die richtige Arbeit zur richtigen Zeit zu erledigen.

Das Leben wird nicht leichter, die Probleme werden nur größer, schwerer, und das ist gut so.

Damit wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2025.

Fazit 2022: Ein Jahr des Aufbruchs

„Ein alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“

Prediger 3,1

Welch ein Jahr liegt da hinter uns. Für viele unter uns eine wahre Gratwanderung. Für mich hat das Jahr 2022 genau dort gestartet wo es nun auch wieder geendet hat: In einem kleinen Südtiroler Bergdorf, in einem beschaulichen Gasthaus. Zeit zu reflektieren und in der Stille der Berge zurück zu schauen in das vergangene Jahr.

Ein Reisender auf der Welt

Auch im Jahr 2022 wollte ich mir wieder die Zeit nehmen fremde Länder und Kulturen zu bereisen. Das ist mir aber nur zum Teil gelungen. Ab August war ich mit dem Wildschytz fast jedes Wochenende in ganz Deutschland unterwegs: München, Berlin, Düsseldorf, Köln um nur ein paar meiner geschäftlichen Destinationen zu nennen.

Insgesamt war ich dennoch über 2 Monate im Ausland unterwegs, digitales Nomadentum statt klassischem Urlaub. Über unsere direkten Nachbarn wie Frankreich, Österreich und die Schweiz, hin zu Ländern wie Portugal und Italien.

Angefangen hat das Jahr mit einem Monat im Südtiroler Dreiländereck (Österreich/Schweiz/Italien). Naturbelassene Skitouren, wilde Abfahrten mit dem Snowboard und waghalsige Eisklettereien zusammen mit meinem Papa.

Im Februar ging es über die legendäre Kandahar Skiabfahrt an der Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen nochmal für eine Woche nach Italien. Zusammen mit Jule konnte ich bei schönem Neuschnee meine Fähigkeiten im Freeriding verbessern. Nach einem letzten Hüpfer in den Schwarzwald, zusammen mit dem Tobias war die Wintersport Season 2021/22 dann auch schon beendet.

Frühlingszeit ist Surfzeit, mit dem Flugzeug ging es zurück nach Porto, Portugal. Dort habe ich nochmal für eine Woche die Schulbank in der Surfschule gedrückt und an meinen Surffähigkeiten gearbeitet. Die Community, insbesondere jene der internationalen Gäste, war wieder großartig und hat zu allerlei Kontakten und Konversationen geführt.

Der Sommer hat ebenfalls seinen besonderen Charme inne. In Südfrankreich durfte ich die französische Leichtigkeit kennenlernen. Bunte Märkte und malerische Kleinstädte, alte und neue Weingüter, strahlend blaues Wasser am Mittelmeer. Bei Oberstdorf in die sommerlichen Alpen zusammen mit meiner Mama. Auf dem Hindelanger Klettersteig ging es bei bestem Wetter vom Nebelhorn aus über einen der schönsten Grate der deutschen Alpen zum großen Daumen und am Fellhorn mit dem Zwei-Länder Sportklettersteig ebenfalls hoch hinaus… Doch der Wildschytz hat gerufen und bis Dezember meine physische Anwesenheit in Deutschland verlangt.

Neues vom Wildschytz

Gleich zum Beginn des Jahres 2022 hieß es Abschied nehmen. Mit meinem Unternehmen, dem Wildschytz, sind wir aus dem Wildfleischgeschäft ausgestiegen, welches uns seit der Gründung begleitet hat. Ich hatte wundervolle Begegnungen mit Kunden in diesen Jahren und es war immer wieder großartig zu erleben wie wir mit unserem Wildfleisch unzählige Menschen an den Festtagen zusammen gebracht haben.

Doch alles hat seine Zeit und statt den Wald weiter zu den Menschen nach Hause zu bringen, geht es nun gemeinsam mit den Menschen in den Wald. Den Lebensraum Wald mit Erlebnissen wie Pilz- und Kräuterwanderungen kennenlernen und einen achtsamen Umgang fördern.

Auf dieser Reise durfte ich 2022 zahlreiche neu Weggefährten antreffen. Von motivierten Gästen hin zu neuen Wildschytzen in unserem Team. Ihnen gebührt mein Dank, denn durch Ihre Liebe zum Wald, machen sie den Wildschytz Woche für Woche überhaupt erst möglich.

Ein weiterer besonderer Dank gilt meinem Freund und Geschäftspartner Tobias, der den Wildschytz als Geschäftsführer auch in herausfordernden Situationen auf Kurs gehalten hat und unsere Sekretärin Jasmin, die mit harter verlässlicher Arbeit immer wieder über sich selbst hinaus gewachsen ist.

Eine Gratwanderung

Das Jahr 2022 wird mir auch als jenes Jahr in Erinnerung bleiben, in dem ich meine letzen Prüfungen zu meinem Bachelor Abschluss in Informatik an der Universität Heidelberg absolviert habe. Insbesondere das Anwendungsgebiet der Volkswirtschaftslehre hat mir viele neue Perspektiven auf unsere Wirtschaft mitgegeben.

Für mich ganz persönlich war 2022 dennoch eines der härtesten und erfolgreichsten Jahre meines Lebens zugleich. Immer wieder hat sich gezeigt das Sieg und Niederlage doch sehr nah bei einander liegen. Zeitweise schien es so als ob alles einfach zu viel wird, Glück und Leben auf der Strecke bleiben, erst mit entsprechenden Prioritäten habe ich wieder zurück zum Fokus gefunden.

2022 war auch das Jahr in dem ich diesen Blog gestartet habe, es war das Jahr in dem ich wieder angefangen habe drei mal pro Woche zu trainieren (und des dank Verantwortung weiter durchhalte), es war das Jahr in dem wir mit dem Wildschytz das erste Mal in der FAZ standen… so viele erste Male.

Da bleibt mir nichts mehr übrig als mit dem Anfang zu Enden:

„Ein alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“

Prediger 3,1

Was wird 2023 seine Zeit und Stunde haben? Wir werden es sehen und erleben, bis dahin einen guten Rutsch ins neue Jahr euch allen.